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 Sicherheitsmängel bei Stuttgart 21

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Datum: Dienstag, 09. Oktober 2012, 19:30 Uhr
Typ: Infoveranstaltung
Ort: Esslingen, CVJM Lutherbau, Kiesstraße 3 - 5

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Dipl.-Ing. Hans Heydemann: Sicherheitsmängel bei Stuttgart 21

Eine der Kernforderungen aus der „Faktenschlichtung“ war die der Barriere-Freiheit und der nachhaltigen Verbesserung der Sicherheit und des Brandschutzes bei S 21. Dieser Forderung gedenkt die Bahn jedoch ebenso wenig nachzukommen wie den anderen Schlichter-Forderungen – etwa dem Nachweis einer größeren Leistungs­fähig­keit, dem Verpflanzen der Bäume oder dem Erhalt der Gäubahn.

Dabei geht aus der Planung der Bahn zu S 21 hervor, dass der vorgesehene Tunnel­bahnhof und die Tunnel-Zulaufstrecken schwerwiegende Sicherheitsmängel – insbesondere im Brand- und Katastrophenfall – aufweisen, die S 21 im Ernstfall zur Todesfalle werden lassen.

In einem Lichtbilder-Vortrag geht Dipl.-Ing. Hans Heydemann auf folgende Fragen zu Sicherheitsmängeln von S 21 und deren möglichen Auswirkungen ein:

- Was geschieht, wenn ein Zug im Tiefbahnhof oder gar im Tunnel brennt?

- Wie schnell ist die Rauchausbreitung?

- Können sich die Reisenden im Brandfall retten - und wohin?

- Wie bewerkstelligen dies Menschen mit Behinderungen?

- Sind die von der Bahn vorgesehenen Lösch-Einrichtungen für eine wirksame Brandbekämpfung überhaupt geeignet?

Gezeigt werden ein Videofilm über den schweren ICE-Brand 2001 in Offenbach sowie Bilder von Zugbränden – u. a. von den Tunnelbrand-Katastrophen bei Kaprun im Jahr 2000 mit 155 Toten und von Daegou/Korea im Jahr 2003 mit 197 Toten.

Die Flucht bei einem Zug-Brand im Fildertunnel mit viel zu schmalen Flucht­stegen durch 500 m entfernte Rettungsstollen in die benachbarte Tunnelröhre hinein wird mindestens 22 Minuten dauern, nach dem Regelwerk der Bahn – und bei Einbezie­hung des Panikverhaltens – aber wohl 34 Minuten! Die Verrauchung des Tunnelab­schnittes zwischen zwei Rettungsstollen dauert hingegen nur 11 Minuten, so dass kaum einer der Fahrgäste lebend davon kommen dürfte.

Geradezu ein Witz ist die geplante Löschwasser-Versorgung: das Befüllen der Löschwasserleitungen im Fildertunnel wird bis zu zwei Stunden dauern und der Löschwasser-Vorratsbehälter wird dann leer sein, so dass kein Wasser zum Löschen mehr übrig bleibt. Dies ist übrigens auch von der Stuttgarter Feuerwehr in ihrer Stellungnahme zum Planfeststellungsantrag beanstandet worden ist.

Doch was sagt die Bahn dazu? Sie gesteht zwar ein, dass niemand ein solches Ereignis ausschließen kann. Aber sie lehnt es mit aller Entschiedenheit ab, über dieses fragwürdige Flucht- und Rettungskonzept auch nur zu reden. Alles sei planfestgestellt und werde auch so umgesetzt – Punkt! Auf Nachfrage räumte der Bahnvertreter allerdings ein, dass für den Tunnel keine Räumungs- und auch keine Verrauchungs-Untersuchungen gemacht worden seien: „Wir bauen nach Regelwerk und halten internationale Standards ein“. Abweichende Festlegungen kämen überhaupt nicht in Frage!

Also will die Bahn Tunnel bauen, deren Herstellungskosten zwar wirtschaftlich optimiert sind, die aber im Zweifelsfall Todesfallen sein werden. Sie nimmt damit wissentlich Todesopfer billigend in Kauf. Ein Skandal und ein Verbrechen gegen die Menschenrechte! Das aber werden wir der Bahn so nicht durchgehen lassen.


Diese Veranstaltung findet ANSTELLE des Esslinger Plenums (19:30 Uhr, Hendlhouse)