Das gute Leben - es gibt Alternativen
Datum: Samstag, 14. April 2012, 09:00 Uhr
Typ: Aktion
Ort: Berliner Haus der Kulturen
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Das gute Leben - es gibt Alternativen
Der taz Kongress in Berlin am 14. April 2012
Öko ist modisch geworden. Wer auf sich hält, schwört auf öko. Sagt, dass er grüner isst. Den eigenen ökologischen Fußabdruck möglichst klein hält. Wer modern sein will, darf kein Umweltschwein sein. So gerann das Wort "öko" zu einer Chiffre, zu einem Dreibuchstabensymbol, das sich jeder und jede anheftet, um weltanschaulich ganz auf dem Laufenden zu sein.
Aber ist das wirklich schlecht, ja, ideologisch verblendet? Weil es sich inzwischen keine Firma mehr nehmen lässt, mit grünem Siegel, Öko-Anmutung oder fairem Image zu werben? Muss das kritisiert werden, weil selbst diese kleinen Gesten an den Strukturen nichts ändern können? Ist es nicht so, dass Themen wie der Klimawandel oder die Entschleunigung der finanzökonomischen Rasereien durch die Börsen- und Staatsbudgetkrisen an den Rand gedrängt wurden?
Zutreffend scheint mithin: Öko ist der Kern der modernen Moral des 21. Jahrhunderts. Wer nicht abgehängt werden will, muss sich dieser Erzählung von der Aussöhnung des Menschen mit der Natur stellen. Ohne Ökologisches, ohne gedankliche Mühe zur nachhaltigen Verbesserung der Umwelt wird nichts gehen. Weder politisch noch gesellschaftlich.
Was das aber ist: Das gute Leben!, bleibt offen, auf alle Fälle umstritten. Der taz Kongress des Jahres 2012 will die neue Bewegung ermutigen – auch durch die Kritik, die sie unbedingt verdient hat. Baden-Württemberg ist jetzt ein Testgebiet für die Frage, ob und wie Gesellschaft und Politik die gegenseitige Lähmung überwinden, sich gegenseitig stützen können sowie die Wirtschaft dynamisieren.
Die wichtigste und übelste Lüge der vergangenen, neoliberalen Debatten war stets: dass es keine Alternativen gibt. Wir aber sagen beim tazlab 2012 überzeugt: Es gibt Alternativen.
Und über diese soll am 14. April im Berliner Haus der Kulturen nachgedacht werden.
Das gute Leben? Das gibt es, und immer mehr Menschen sind heftig entschlossen, die eigene Existenz diesem Leitsatz zu widmen. Und dem anderer Menschen. Denn, so viel wusste die alternative Bewegung schon immer, als egoistisches Unterfangen missrät jeder Vorsatz, ein Leben nach eigenem Gusto zu führen. Das gute Leben – das ist ein solidarisches Projekt mit anderen, lokal wie international.
Das Programm zum tazlab 2012 finden Sie hier.
Gäste: Niko Paech, Sahra Wagenknecht, Harald Welzer, Carolin Emcke, Daniel Cohn-Bendit, Lina ben Mhenni, Winfried Kretschmann, Anetta Kahane, Boris Palmer, Marina Weisband, Richard Koo, Dorothee Bär, Birgi Recki, Robert Habeck, Sunita Narain Jaecki Schwarz, Isolde Charim, Andreas Rüttenauer, Hilal Sezgin, Thilo Bode, Mona Abaza, Robert Misik, Nina Degele, Franz Walter, Lea Streisand, Hartmut Rosa, Jacinta Nandi, Frithjof Bergmann, Heidemarie Wieczorek- Zeul, Andreas Kraß, Ursula Sladek, Christian Rätsch, Martin Unfried, Pascal Bruckner,Patrick Banush, Paul Poet, Richard Koo, Antoine Goetschel, Axel Ranisch, Jörg Litwinschuh, Dierk Borstel,Sven van Thom,Tom Lass, Heini Staudinger,Jerome Ringo, Konstantin von Notz, Klaus Wiegandt, Manfred Kriener, Marcus Franken


