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 Plädoyer für den Südflügel

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Datum: Montag, 08. August 2011, 17:30 Uhr
Ort: am Hauptbahnhof Stuttgart, Südflügel

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Aktion "Plädoyer für den Südflügel" mit einem Fachvortrag

von

Architekturhistoriker und stellv. Direktor Deutsches Architekturmuseum Frankfurt:

Dr.-Ing. Wolfgang Voigt

Mit dem Thema

Hände weg vom Südflügel
Das Hauptwerk von Paul Bonatz muss im Ganzen erhalten bleiben.

http://assets2.parkschuetzer.de/assets/termine/var/plaedoyer_suedfluegel_110808-o5-voigt.pdf

Hände weg vom Südflügel
Deutschland darf kein nationales Kulturdenkmal zerstören!

Unser gemeinsamer Appell vom April 2008 zur vollständigen Erhaltung des historischen Bahnhofs-Gebäudes hat zwar international hohe Wellen geschlagen (Weltkulturerbe-Diskussion), leider jedoch nicht die erhoffte Wirkung gehabt und zu irgendeiner Einsicht der für S 21 Verantwortlichen
geführt.

Schlimmer noch: Der Nordflügel wurde im September 2010 aus politischen Gründen abgerissen, ohne dass dies zur Verwirklichung des Projekts S 21 zum damaligen Zeitpunkt erforderlich gewesen wäre; eine
erste unverzeihliche Sünde, die aber durch eine Rekonstruktion wieder gut zu machen ist.

Wir sind empört über diesen barbarischen Umgang mit dem hochwertigen Baudenkmal, über das Schweigen der verantwortlichen Politiker und ohne jedes Verständnis, dass die Bahn wider besseres Wissen starr an ihren Plänen festhält und die Möglichkeit eines schonenden Umgangs mit dem Bonatzbau immer noch zurückweist.

Nach einem vorübergehenden Baustopp im Anschluss an die Landtagswahl im März hat die Bahn nun die Arbeiten wieder aufgenommen und u.a. die „Entkernung“ des Südflügels angekündigt. Dies würde, von außen nicht sichtbar, den Beginn des Abbruchs bedeuten, obwohl eine Reihe technischer,
genehmigungsrechtlicher und finanzieller Fragen beim Projekt Stuttgart 21 noch völlig offen stehen.

Wir fordern die Verantwortlichen auf, alles zu unternehmen, um den drohenden Abbruch des Südflügels zu verhindern und Alternativen zu seiner Erhaltung und Integrierung zu entwickeln und durchzusetzen.
Hier geht es nicht nur um ein einmaliges Architektur-Dokument, sondern auch darum, ob und wie unsere Gesellschaft verantwortungsvoll mit bedeutenden und unwiederbringlichen Zeugnissen unserer Kultur umgeht.

Die in Stuttgart drohende Kulturschande muss verhindert werden!
Stuttgart, den 29. Juni 2011
gez.
Dr. Norbert Bongartz
Dr. Dietrich Heissenbüttel
Dr. Matthias Roser