Das Ende der Demokratie? Rendezvous mit einer Utopie
Datum: Sonntag, 13. März 2011, 19:30 Uhr
Ort: Theater tri-bühne, Eberhardstraße 61A, 70173 Stuttgart
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Das Ende der Demokratie? Rendezvous mit einer Utopie
Der Publizist, Autor, Übersetzer, Essayist und ehemalige ARD-Chefreporter Dagobert Lindlau zu Gast im Theater tri-bühne. Vor über 150 Jahren befürchtete der französische Publizist und Politiker Alexis de Tocqueville, dass sich die Menschen in der Demokratie als neuer und revolutionärer Staatsform nicht mehr durch Geburt, Stand, geschweige denn Intelligenz oder Leistung unterscheiden würden, sondern nur durch ihre Fähigkeit, Geld anzuhäufen: "Was für unsere Väter ekelhafte Raffgier war, gilt dann als Verdienst."
1998 schreibt Jean-Marie Guéhenno in "Das Ende der Demokratie", die immer häufigeren Finanzskandale in den großen Demokratien seien keine Anomalie. Sie ergäben sich logisch aus dem Triumph der "einzigen uns noch verbleibenden Universalität: der des Geldes."
Dagobert Lindlau schreibt heute: "Vielleicht ist die repräsentative Demokratie eine Utopie, die sich der Verwirklichung entzieht. Trotzdem hat sich diese Utopie ein paar Jahrhunderte lang gehalten, und der Versuch, ihr wenigstens näher zu kommen, hat zu so etwas wie Fortschritt geführt. Wenn die Erben jetzt auch noch damit beginnen, die seit Jahrtausenden bekannten Grundsätze eines freiheitlichen Staatsmanagments über Bord zu werfen, nur um die Utopie auf eine erbärmliche parteipolitische Wirklichkeit herunterzustutzen, dann ist der endgültige Verfall dessen sicher, was sie Demokratie nennen. Entscheidend scheint zu sein, ob es eine Mehrheit gibt, die den Versuch fortsetzt, der Utopie näher zu kommen. Gegen die Arroganz der politischen Parteien, gegen die Servilität von Verfassungsrichtern, gegen den Egoismus von Interessenverbänden, gegen weltliche und religiöse Engstirnigkeit und gegen den Schwindel des parteipolitischen Marketings."
Am 13. März, ab 19.30 Uhr, kämpft Dagobert Lindlau im Theater tri-bühne für die Utopie "Demokratie" und gegen den Verlust demokratischer Grundprinzipien. Er behauptet, beweist, liest, spricht, beschimpft und lädt ein zum offenen Streitgespräch.
Zu Beginn lesen er und Edith Koerber gemeinsam aus Lindlaus zuletzt erschienen Buch "Reporter - Eine Art Beruf".
Der Eintritt ist frei, Reservierung erforderlich.


